Sport- und Fitnesskaufmann (IHK)

Sport- und Fitnesskaufmann (IHK)

Sie möchten eine Trainertätigkeit mit einer beruflichen Ausbildung in der Sportbranche kombinieren? Der Abschluss Sport- und Fitnesskaufmann (IHK) bietet Ihnen genau diese Symbiose aus aktiver und ökonomischer beruflicher Tätigkeit. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die Inhalte und Anbieter.

Was macht ein Sport- und Fitnesskaufmann (IHK)?

Als Sport- und Fitnesskaufmann qualifizieren Sie sich für wirtschaftliche Aufgaben im mittleren Management von Sport- und Fitnessunternehmen. Egal ob Sie nun in einem Fitnessstudio, einem Verein oder bei einem Sportausstatter tätig sein möchte: Die duale Berufsausbildung bereitet Sie bestens auf anstehende Aufgaben vor.

Nach Ihrem Abschluss behalten Sie nicht nur die finanzwirtschaftlichen Kennzahlen Ihres Unternehmens im Auge, sondern planen beispielsweise Kampagnen zur Mitgliedergewinnung oder richten ein Vereinsangebot konzeptionell aus. In Fitnesseinrichtungen ist es üblich, dass Sie Ihren Kunden als Sport- und Fitnesskaufmann auch auf der Trainingsfläche mit Rat und Tat zur Seite stehen. So beraten Sie nicht nur Interessenten über die Angebote der Anlage, sondern führen ebenfalls Einweisungstrainings durch und erstellen Trainingspläne.

Gerade diese Kombination aus praktischer sportlicher Tätigkeit sowie kaufmännischem Wissen macht den Beruf des Sport- und Fitnesskaufmannes so abwechslungsreich. Zudem sammeln Sie durch den dualen Ausbildungscharakter bereits praktische Erfahrung und erhalten ein breit gefächertes Basiswissen über die Besonderheiten der unterschiedlichen Sportorganisationen und -unternehmen. Da die Kunden die Angebote der Fitnessbranche in ihrer Freizeit nutzen, arbeiten Sie häufig im Schichtdienst oder auch an Wochenenden und Feiertagen. Der Vorteil: Dafür dürfen Sie auch montags bis freitags einige freie Tage genießen.

In diesem Video können Sie Sport- und Fitnesskaufleuten bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Inhalte & Dauer

Beim Sport- und Fitnesskaufmann handelt es sich um eine duale Berufsausbildung. Das bedeutet, dass Sie den Großteil der Woche praktische Erfahrungen in einem Ausbildungsbetrieb sammeln und an ausgewählten Tagen eine Berufsschule besuchen. Dort erlernen Sie in der Theorie von der Trainingslehre bis hin zur Buchführung alles, was Sie für einen erfolgreichen Berufseinstieg benötigen.

Folgende Fächer erwarten Sie während Ihrer Berufsschulzeit:

  • Sport- und Fitnessmanagement
  • Biologie und Trainingslehre
  • Dienstleistungsprozesse
  • Steuerung und Kontrolle

Gemeinsam mit Ihren Klassenkameraden erfahren Sie, wie Sie potenzielle Märkte finden und analysieren oder Leistungsangebote von Lieferanten vergleichen. Zusätzlich erarbeiten Sie, welche Besonderheiten die von Ihnen angebotenen Dienstleistungen auszeichnen und wie Sie diese möglichst erfolgreich vermarkten. Auch personalwirtschaftliche Fragestellungen sowie die Investitions- und Finanzierungsrechnung gehören zu Ihrem Lehrplan. Damit Sie Kunden in einem Fitnessstudio zielführend beraten können, erwerben Sie im Rahmen Ihrer Ausbildung die Fitnesstrainer B-Lizenz.

In Ihrem Betrieb wenden Sie das in der Schule erlangte Wissen praktisch an und transferieren dieses auf den Unternehmensalltag. Dabei strukturiert Ihr Ausbilder Ihren Alltag so, dass dieser zu den Inhalten Ihres Ausbildungsplanes passt. Regulär dauert die Berufsausbildung 3 Jahre. Sie können diese Zeit jedoch nach Rücksprache mit Ihrem Arbeitgeber und Ihrer Schule verkürzen, wenn Sie über herausragende Noten verfügen oder bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Welche Optionen es gibt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Ausbilder.

Prüfung & Abschluss

Der Sport- und Fitnesskaufmann gehört zur Gruppe der staatlich anerkannten Ausbildungsberufe. Weil es sich um einen kaufmännischen Abschluss handelt, absolvieren Sie Ihre Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Dieser abschließende Leistungstest besteht aus schriftlichen Klausuren sowie einer finalen mündlichen Abschlussprüfung.

Die Prüfungsbereiche verteilen sich über 2 Tage und setzen sich wie folgt zusammen:

  • Kaufmännische Steuerung von Sport- und Fitnessaktionen (120 Minuten)
  • Angebotsentwicklung und Verkauf (90 Minuten)
  • Trainingsplanung und Beratung (mündliche Prüfung)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)

Im Prüfungsteil Trainingsplanung und Beratung findet gleichzeitig die mündliche Prüfung in Form einer Gesprächssimulation statt. Hierfür erstellen Sie zunächst einen Trainingsplan, um danach einen Kunden zu beraten und ihm den Trainingsplan zu erklären. Haben Sie mindestens drei der vier Prüfungsteile mit „ausreichend“ bestanden sowie keine „ungenügende“ Leistung abgeliefert, erhalten Sie das IHK-Abschlusszeugnis und dürfen sich Sport- und Fitnesskaufmann (IHK) nennen.

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Um eine Berufsausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann zu absolvieren, benötigen Sie zuallererst einen Anstellungsvertrag mit einem Ausbildungsunternehmen. Dieses meldet Sie dann an einer Berufsschule in Ihrer Nähe an, damit Sie dort den theoretischen Teil Ihrer Lehre absolvieren können. Um viel Freude an Ihrer Tätigkeit zu haben und die anstehenden Prüfungen erfolgreich zu gestalten, bringen Sie Leidenschaft für den Sport- und Fitnessbereich mit.

Für die ökonomischen Aspekte der Ausbildung sind Sie gewappnet, wenn Sie in der Schule in der Mathematik gute Noten verbuchen konnten. Ist dies nicht der Fall, lassen Sie sich nicht entmutigen und prüfen Sie Ihr Wissen gegebenenfalls anhand einiger Beispielaufgaben zu den Lehrgangsinhalten. Arbeiten Sie gerne mit Menschen zusammen und verfügen über einen ausgeprägten Dienstleistungscharakter, bringen Sie die besten persönlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann mit.

Gehalt & Karriere

Egal ob Fitnessstudios, Schwimmbäder, Sportschuhhersteller oder Golfanbieter: Fitnesskaufleute finden vielfältige Ausbildungsplätze und Arbeitgeber in der seit Jahren boomenden Sportbranche vor. In Finanzabteilungen von Gesundheitsanbietern können Sie ebenso tätig sein, wie in der Lizenzabteilung eines Fußballvereins. Dank Ihrer erworbenen wirtschaftlichen Kenntnisse steht Ihnen ebenfalls ein Weg in die Selbständigkeit offen. So haben Sie mit der Fitnesstrainer B-Lizenz die Möglichkeit, Ihren Lebensunterhalt als Fitnesstrainer zu verdienen, sich zum Personal Trainer weiterzubilden oder direkt ein eigenes Gesundheitsstudio zu eröffnen.

Auch eine Anstellung im Marketing eines Profivereins oder eines Vermarkters unterschiedlicher Sportangebote ist denkbar. Jedoch sind diese Berufswünsche sehr gefragt und die Konkurrenz entsprechend groß. Neben anderen Sport- und Fitnesskaufleuten konkurrieren Sie mit ehemaligen Profisportlern, Sportmanagern, Sportwissenschaftlern und Sportökonomen um die begehrten freien Stellen. Hier lohnt es sich, wenn Sie sich vorab für Praktika bewerben oder in einer geringer bezahlten Position einsteigen. Mit Fleiß und dem richtigen Networking können Sie in der Sportbranche viel erreichen.

Der Vorteil einer Berufsausbildung liegt neben der Praxiserfahrung auch in der Vergütung. Mit folgendem Einkommen dürfen Sie während Ihrer Ausbildungszeit rechnen. Bitte bedenken Sie, dass es hierbei vor allem auf das Unternehmen und die Branche ankommt, in der Sie tätig sind.

AusbildungsjahrGehalt in brutto / Monat
1. Ausbildungsjahr600 - 700 €
2. Ausbildungsjahr650 – 750 €
3. Ausbildungsjahr750 – 850 €

Als Sport- und Fitnesskaufmann fällt Ihr Verdienst nach der Ausbildung noch nicht sehr hoch aus. Übernimmt Ihr Betrieb Sie oder finden Sie anderweitig den Einstieg in die Sportbranche, erwartet Sie ein Einstiegsgehalt zwischen 1.600 € und 2.100 € brutto monatlich. Bilden Sie sich in neuesten Trends weiter und sammeln stetig Berufserfahrung, steigt Ihr Gehalt je nach Anbieter auf 2.300 bis 2.800 € brutto pro Monat an. Vor allem eine Anstellung im öffentlichen Dienst, zum Beispiel in Schwimmbädern oder Reha-Kliniken, bringt Ihnen einen höheren Verdienst ein.

Der Beruf des Sport- und Fitnesskaufmannes mag also nicht der bestbezahlteste Einstieg in die Fitness- und Gesundheitsbranche sein. Er verschafft Ihnen jedoch eine breit gefächerte Ausbildung sowie erste Berufserfahrung in einem gefragten Markt. Zudem stehen die Übernahmebedingungen in zahlreichen Betrieben sehr gut. Arbeiten Sie danach fleißig an Ihren Fähigkeiten und setzen die ein oder andere Weiterbildung obendrauf, kommen eine höhere Bezahlung sowie mehr Verantwortung von ganz allein.